Posted on 09-01-2012
Filed Under (Aktionen, Musik) by Urius

…ist im Gegensatz zu Oinos tatsächlich eine griechische Insel. Gleichzeitig natürlich auch ein starker Song von den Fleet Foxes oder besser gesagt, der meiner Ansicht nach beste Song der Fleet Foxes. Dabei kenne ich ja noch nicht einmal das im letzten Jahr erschienene Album “Helplessness Blues”, welches, wie mir der Thorterich kürzlich mitteilte, von der Visions ja zum Top 3 Album des Jahres gewählt wurde. Gibt es da irgendwelche Erfahrungen in der Leserschaft? Nebel?

Neben den Fleet Foxes gibt es aber natürlich noch andere gute Bands, über die es sich zu berichten lohnt. In diesem Fall allen voran Aficionado, deren Debüt-LP wiederum zumindest zu den Top 5 meiner persönlichen Bestenliste des Jahres 2011 gehört. Außerdem waren Aficionado auch eine der Bands, die ich mir unbedingt noch live anschauen wollte und letzten Donnerstag bot sich dann tatsächlich die Möglichkeit dazu. Nach einigen Umfragen im Freundeskreis erklärte sich schließlich der Mörser bereit, mit mir die Fahrt nach Würzburg anzutreten. Mit dem Corsamobil ging es auf die Reise und schnell offenbarte sich der erste Schwachpunkt der Unternehmung: Da das Corsamobil über keinen CD-Player geschweige denn einen MP3-Anschluss verfügt und ich das Radio nicht ertragen mochte, wurde un-unterbrochen gelabert. Noch nichtmal die Hälfte der Strecke war geschafft, da begann mein Hals schon zu kratzen wie die selbstgestrickte Wollunterhose. Zu meinem Glück hatte ich einen schmackhaften Eistee (Geschmacksrichtung Persisch) eingepackt, der mein Überleben im aufgeheizten Automobiotop sicherte. Der Mörser war ebenfalls clever und hatte sich zwei Büchsen Gerstensaft mitgenommen. Statt diese einzunehmen, zog er es allerdings vor, sie im Fußraum des Corsamobils zu lagern, wo sie sich auch heute noch befinden (Wertsteigerung nicht garantiert). Obwohl wir beide uns bestenfalls schlecht in Würzburg auskennen, konnten wir den Laden problemlos finden und mit 9 Euro war sogar der Ticketpreis (den zum Glück trotzdem der Mörser übernahm) durchaus erschwinglich.

Die Location, das Cairo, machte einen ziemlich soliden und zugleich muckeligen Eindruck, so dass die Tatsache, dass dort auch Nahrung in Form von Essen verkauft wurde, kaum überraschte. Als wir die Räumlichkeiten betraten, spielte gerade ein Solo-Künstler, dessen Namen mir wieder entfallen ist, auf der Gitarre, muckte ganz solide vor sich hin und war vor allem enorm groß und hatte immens viele Haare.

Danach kam der lokale Support in Gestalt von White Fields auf die Bühne. Die hatten anscheinend wiederum ein paar eigene Supporter im Schlepptau, was sich vor allem nach ihrem Auftritt bemerkbar machte. Naja, jedenfalls hatte die schon irgendwie ihre Berechtigung und passten auch rein programmatisch zum Headliner des Abends, Self Defense Family.

Mein persönlicher Favorit kam dann als vorletztes auf die Bühne und überzeugte mich ohne Einschränkungen. Obwohl, wie ich bei einem späteren Gespräch herausfand, der eigentliche Bassist an diesem Abend die Gitarrerei übernahm, war der Sound überaus tight und die Songauswahl, die fast ausschließlich Titel des bisher einzigen Albums berücksichtigte und die EP außer Acht ließ, traf meinen Geschmack voll. Auch die live-Parts der Querflöte kamen überraschend gut rüber, auch wenn der Mörser etwas rumnörgelte. Einziger Wermutstropfen: Die EP, die ich eigentlich auf dem Konzert kaufen wollte, hatten die guten Leute nicht mit nach Europa genommen, um Shipping-Kosten zu sparen. Die bleiben also letztlich wieder an mir hängen…

Den Abschluss machte dann die Self Defense Family, deren Sänger mit schönen Wortbeiträgen zwischen den Liedern zu überzeugen wusste. Auch musikalisch konnte der bunte Haufen überzeugen, so dass ich mit einer 7″ der Band und einer LP von End Of A Year im Gepäck den Saal verließ. Bernd und ich traten nach kurzem Gelaber mit besagtem Bassisten den Heimweg an, laberten im Corsamobil munter weiter und ließen uns auch beim Burger King Besuch nicht vom Labern abhalten. Good times!


To go seven days without eating makes one week

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Posted on 03-01-2012
Filed Under (Aktionen, Kram zur Seite) by Urius

Wär hätt’s gedacht, wer hätt’s gedacht? Die Uriusarmy feiert heute ihren 9. Geburtstag und dreht damit zum letzten Mal eine Runde im einstelligen Bereich. Nächstes Jahr steht also ein Jubiläum bevor, dessen Ausmaße allerhöchstens noch von den Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen des Reinheitsgebots im Jahre 2016 erreicht werden könnten. Zunächst aber kann die Uriusarmy auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurückblicken, in dem vor allem auf sportlicher Ebene geglänzt wurde. So wurde beispielsweise das alljährliche Usinger Flunkyball-Turnier von einem ausschließlich aus Mitgliedern und/oder Gründern der Uriusarmy bestehenden Teams gewonnen. Darüber hinaus konnte die Werksmannschaft der Uriusarmy ungeschlagen den Fan&Friends-Day-Pokal verteidigen. Einige Mitglieder waren sogar an der historisch einmaligen Doppelerringung der am gleichen Tag ausgespielten Pokale des F&F-Day und des Eschbacher Bembel-Cup beteiligt. Nicht vergessen sollte man auch die sportlichen Höchstleistungen, die von allen Aktiven an der Usinger Kerb gezeigt wurden. Von Thekensport über Thekendienst bis hin zur nahezu Abnutzungserscheinungen erzeugenden Inanspruchnahme diverser Fahrgeschäfte wurde viel Geboten für die Mark.

Im Rahmen dieser Rückbesinnung auf das Vergangene möchte ich die Möglichkeiten nutzen, um an schon lang vergessene Zeiten anzuknüpfen und einen Erfahrungsbericht zum letzten Jahreswechsel zum Besten geben. Denn wie jeder gute Hip Hopper weiß, darf neben dem Battlen das Storytellen nicht zu kurz kommen und deshalb folgendes:

Schon einige Tage vor Silvester stand der Plan fest: Nach Gießen in die mittlerweile ehemalige WG des Robfink sollte es gehen. Im Vorfeld seiner Englandreise hatte ich glücklicherweise noch den Mörser über dieses Vorhaben informiert, so dass das Lineup für die Überfahrt in die Stadt mit dem schönen Bahnhof neben j-suss, dem Wahn und mir auch eben jenen umfasste. Nachdem j-suss hoch und heilig versprochen hatte, man müsse nicht vor 9 Uhr mit uns rechnen, war es natürlich Ehrensache, dieser Abmachung zum Trotz schon um zwanzig nach 8 aufzuschlagen und die Wohnung in unserer Funktion als erste Gäste unsicher zu machen. Da ich in Caros Auto noch meinen reich verzierten Spanien-Bademantel gefunden hatte, erklärte ich die Veranstaltung kurzerhand zur Outfit-Party. Da wollte sich verständlicherweise keiner eine Blöße geben und so wurde der Mörser ruckizucki mit einer Warnweste dekoriert und j-suss war die Jogginghose über. Auch vor Ort zückte so mancher einen glitzernden Cowboy-Hut oder ein Katzen-Outfit, was ich durchaus begrüßte und umgehend goutierte.

Standesgemäß belegten wir sofort eine Couch im Eingangsbereich um unsere aufgemotzte Optik präsentieren zu können und die nachkommenden Gäste auf Herz und Nieren zu prüfen. Überbrückt wurde die Wartezeit auf jene mit Bier und Stulle. Ist in diesem Fall sogar ernst gemeint, denn die Bereitschaft Fladenbrot zu verzehren war in unserem Umfeld besonders hoch. Zu meinem Leidwesen hatten die anderen Kuffnucken einen hochwertigen (“mmhm, der schmeckt aber wirklich scheiße”) Ouzo organisiert und der Tankbreaker nahm es mit dem Einschenken nicht so genau. Also hieß es immer mal wieder Augen zu und durch. Der Wahn verabschiedete sich recht schnell ins Nebenzimmer, um die ahnungslosen Mitfeiernden unter dem Deckmantel der guten Laune um ihre Konstitution zu betrügen (Stichwort Looping Louie). Bernd, Carlos und ich besetzten weiter das Sofa und hielten die Gastgeber bei Laune bis schließlich mehr und mehr Gäste eintrafen und sich der Raum vor unserem Platz zur Tanzfläche entwickelte. Bernd und ich wurden in spitzenmäßige und undankbar lange Gespräche verwickelt, während Carlos im an einen Skinhead erinnernden Outfit die Feier durchstreifte.

Das alles ereignete sich übrigens schon nach dem Jahreswechsel, der nur sehr kurz und unspektakulär im Freien gewürdigt wurde. Nach Mitternacht wurde dann volles Mett auf 90er-Jahre Mucke gesetzt, was beim Großteil der Belegschaft für große Freude sorgte. Irgendwann (so gegen 5 Uhr) wurde es aber etwas anstrengend, da bei uns die Schlafbereitschaft stieg, die Leute aber immer noch in dem uns zugewiesenen Zimmer abhingen. Wir nutzten also nochmal die Zeit, um uns ein weiteres Mal beim Müller vorzustellen, der sich dieses Mal zumindest angeblich ansatzweise an uns erinnern konnte. Durch unsere Präsenz fernab der Couch schien sich der Raum auch tatsächlich zu leeren, so dass wir wenig später doch noch unsere mehr als mäßigen Schlafplätze herrichten konnten. Ich war ja schon immer ein Experte, was das Schlafen auf knallhartem Boden betrifft, aber dieses Mal hätte ich gut darauf verzichten können.

Nach kurzer Schlafphase und einer mittäglichen Weckattacke durch den Mörser fuhren wir quasi umgehend wieder heim, stellten jedoch vorher noch mit Begeisterung fest, dass der Wahn schon seit gefühlten 4 Stunden beim Aufräumen geholfen hatte. Wir konnten uns also ohne schlechtes Gewissen vom Acker machen. Bernd jedoch war noch so nett, den Gastgebern eine Palette Bier abzunehmen. Quasi win-win, wenn man so will…

 


You’ve Got Spiders

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