Posted on 15-08-2014
Filed Under (Aktionen, Musik) by Urius

Seit nun mittlerweile gefühlten 47 Jahren fahre ich jedes Jahr 400 Kilometer bis ins entlegene Roitzschjora, um dort dem Umpflügen eines riesigen Ackers beizuwohnen. Auf der anderen Seite findet nur wenige Kilometer von meinem Wohnort entfernt, jedes Jahr ein Festival statt, bei dem der Eintritt nur 15 Tacken und der Schoppen nur unschlagbare Einssechzig kostet. Was läuft da denn bitteschön falsch? Nun gut, also zuerst muss man natürlich sagen, dass das With Full Force und das Tells Bells in keinerlei Konkurrenz stehen, weil sie zeitlich gesehen doch recht ordentlich auseinander liegen. Die Frage sollte daher also vielmehr lauten: Warum bin ich bisher nicht immer zu beiden Veranstaltungen angetreten?

Die Antwort ist schlicht und ergreifend: keine Ahnung! Ich wusste mehr oder weniger schon immer, dass es dieses Festival gibt und war mir auch darüber bewusst, dass dort mit schöner Regelmäßigkeit Bands spielen, die mich interessieren. Was mich letztendlich davon abgehalten hat, mich ins beschauliche Villmar zu begeben, werden wir jetzt nicht mehr für jedes einzelne Jahr klären können.

So oder so, dieses Jahr war es endlich soweit. Das Lineup war mir endlich einmal richtig aufgefallen und ich hatte es relativ schnell als durchaus positiv bewertet. Glücklicherweise waren auch Moe und Admiral Opp von Opperstedt schnell zu begeistern, mich am Samstag in den Nachbarort des klangvollen Runkel zu begleiten. Punkt irgendeine Uhrzeit holte ich die beiden also am Bad Homburger Bahnhof ab und der gute Daihatsu Sirius fuhr uns über Berg, Tal und Heinzenberg bis kurz vor das Festivalgelände. Auf der Abfahrt zum Park-/Zeltplatz setzte das Fahrzeug kurz auf und erfasste dann sogleich ein Absperrband, an dem noch ein gottverlassener Camper versuchte das japanische PS-Monster zu bändigen. Unter dem Gelächter der Fahrzeuginsassen wurde der Unglückliche einmal kurz von seinem Klappstuhl gerissen, dann war der Spuk auch schon zu Ende.

Der erste Eindruck vom Festival selbst war durchaus positiv: klein, aber fein, übersichtlich, mit fairen Preisen und einem dennoch professionellen Festivalbändchen (sponsored by Auto Bach). Dank meiner Fahrerfahrung in Feld- und Wiesengebieten hatten wir es sogar noch rechtzeitig zu BANE geschafft, die aber vom noch recht trägen und vermutlich auch nicht vollständig Hardcore-affinen Publikum eher verschmäht wurden. Ich jedenfalls erinnerte mich bei dieser Gelegenheit noch einmal gerne an die Monster-Tour zusammen mit HAVE HEART und CEREMONY zurück und freute mich, BANE noch einmal vor der Auflösung gesehen zu haben.

Danach gab es für uns erstmal eine kleine Pause bei feinstem Wetter, in der nicht nur irgendeine wilde Hip-Hop-Kombo aufrtat, sondern in der wir auch schnell noch ein Foto mit Toby von H2O machten – auf dem winzigen Festivalgelände hatte er auch kaum eine Chance auszuweichen. Nach NH3, den abgedrehten Ska-Dudes aus Italien(?), und ANCHORS & HEARTS war dann für mich ein erstes dickes Highlight angesagt: A WILHELM SCREAM. Die tappenden Wunderknaben aus New Bedford traten auch wieder voll aufs Gas und prügelten einen Knaller nach dem anderen von der Platte (leider ohne dabei We Built This City On Debts Ans Booze, These Dead Streets und Killing It zu berücksichtigen). Normalerweise würde ich jetzt ja das Bild hier einfügen, das ich am Samstag gemacht habe, nur leider ist flickr irgendwie ganz komisch zu bedienen heutzutage.

Naja, jedenfalls wurde danach noch schön etwas Merch gekauft und ans Auto gebracht. Auf dem Weg dorthin trafen wir rein zufällig den Ost und die Ramona, wat ne Überraschung. Es gab ein großes “Hallo” und der Ost hatte einfach eine der weltbesten Kappen aller Zeiten auf – good times. Als wir wieder vom Auto zurückkamen ging es mit den RYKER’S direkt ordentlich weiter. Die Hardcore-Veteranen schwangen die Keule und hier war auch direkt deutlich mehr los als bei allen anderen Bands davor. Gut, es war auch mittlerweile Abend geworden, aber der fast schon vorhandene Heimvorteil machte eventuell auch noch etwas aus.

Im Anschluss dann für mich mit H2O das zweite große Highlight. Auf dem Groezrock musste ich sie mir dieses Jahr leider durch die Lappen gehen lassen, weil das Zelt einfach zu voll war. Umso leichter war es dieses Mal, bis ganz nach vorne zu kommen – definitiv ein Vorteil des kleinen Festivals. Wie zu erwarten war, gab es alle Hits: Faster Than The World, Guilty By Association, One Life One Chance und und und. Abgesehen von den wilden Zwischenrufen des “skinniest motherfucker around”, der zuvor schon versucht hatte, meine Kappe (und die vom Ost) zu ertauschen und der später auch splitternackt im Merchzelt herumgewuselt hatte, lief die Sache auch gewohnt harmonisch ab. Jeder kannte jedes Lied, sang alles mit und freute sich bis aufs Blut – wenn ich hier mal von mir auf andere schließen darf.

Der Headliner, RAISED FIST, brauchte dann gefühlte Jahrzehnte, um auf die Bühne zu kommen. In der Zeit hatte jeder von uns mehrere Burger gefressen und die anderen mindestens drei Mal verloren. Trotz Völlerei und Suchaktionen: Immer noch stand kein Headliner auf der Bühne. Wir schauten uns ein Danzig-Video an und entschieden Heim zu fahren, schließlich musste ich die Drinking Crew noch nach Frankfurt karren. Also schnell zurück zum Auto und die Anlage aufgerissen. Im Spielschacht keine Geringeren als CULTURE CLUB. Mit heruntergelassenen Hosen Fenstern und Karma Chameleon auf Anschlag fuhren wir vielsagenden Blickes im Schritttempo an sichtlich irritierten Dorfbewohnern vorbei – ein Spaß für die ganze Familie und definitv eine der schönsten Festival-Heimfahrten seit langer Zeit.


I’m a man without conviction

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Posted on 22-04-2014
Filed Under (Aktionen, Musik) by Urius

Zwischen Karpfen und Lammbraten war es am Samstag endlich so weit, der Record Store Day 2014 öffnete in Form diverser Plattenläden auf der gesamten Welt seine Pforten, während ich meine Pfoten in vieren davon öffnete. Doch zuvor musste man ja erst einmal einen teilnehmenden Laden erreichen, gar kein so leichtes Unterfangen.

So zumindest dachte ich, als ich um kurz nach vier Uhr nachts nach einer ausgiebigen Runde Twilight Imperium im Hause Suselmane daheim ankam. Schnell zückte ich das Taschenfax und teilte dem sfb9000 mit, dass ich die geplante Abreise um kurz nach 9 Uhr wohl nicht leisten können würde. Nach kurzem Überlegen kam ich dann doch zu einem anderen Ergebnis: Vermutlich würde es mich zwar die Samstagsperformance kosten, aber ein frühes Aufstehen erschien dann doch irgendwie angebracht. Schließlich hatten wir den Tag schon nahezu ansatzweise geplant.

Also okay, noch schnell den Hinweis nach dem Motto “Versuch mich wachzuklingeln, wenn Du willst” über den Äther gejagt und dann abrupt weggeratzt. Fünf Stunden später klingelte dann auch schon der Telefonapparillo und überraschenderweise bekam ich es tatsächlich mit – wenn auch zu spät. Halb wach und voll belämmert rief ich zurück, sicherte meine Teilnahme zu und verschwand in der Nasszelle.

Kurz drauf saß ich dann mit einer ausgedruckten und getextmarkerten Liste im sfb-Mobil, wo umgehend der Schlachtplan erörtert wurde. Welcher Laden zuerst? Wohin dann? Auf was wird gehofft? Was wird auf jeden Fall gekauft? Was eventuell als Geschenk? Zusammen mit meiner vor Enttäuschung strotzenden Nacherzählung der Twilight-Imperium-Runde ging die Fahrt so wie im Handumdrehen über die Bühne.

Als erste Station in Frankfurt einigten wir uns auf den verhältnismäßig neuen Memphis-Records auf der Friedberger Landstraße. Hier hatte der sfb bereits im Vorfeld eine Kontaktaufnahme vollzogen, weshalb man zumindest eine gewisse Hoffnung in den Plattendude setzen konnte. Doch kurz nach Betreten des Ladengeschäfts ein erster Rückschlag: Der Kurier hatte offensichtlich zu viele Ostereier gefrühstückt und sich mitsamt einer Teillieferung auf Abwege begeben – ein Drittel der gesamten Platten sei dementsprechend gar nicht vor Ort. Die Plattenkiste war aber dennoch ansatzweise gefüllt und es gab keine Konkurrenz im Laden. Somit nahmen wir uns noch einen kurzen Moment Zeit, um mit dem verantwortlichen Personal kurz die Lage auszuloten. Bemängelt wurden fehlende RSD 2014 Aufkleber und die Teilnahmegebühr für Shops, welche für das Jahr 2015 im Gespräch zu sein scheint. Danach warfen wir zwei fachmännisch kritische Blicke in den RSD 2014-Karton, wo sich mir auch recht schnell ein erster Treffer anzubahnen schien …


You’re in my dreams, pushing me around

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Posted on 13-01-2014
Filed Under (Musik, Recently Bought, Recently Listened To) by Urius

Wenn man spät dran ist, sollte man nicht dämlich hinterherwatscheln, sondern lieber clever abkürzen. Das trifft auch beim musikalischen Jahresrückblick zu. Da habe ich ohnehin total den Überblick verloren, weshalb es ehrlich gesagt auch deutlich bequemer ist, einfach nach vorne zu blicken. Schließlich stehen bereits wieder die ersten potenziellen Hochkaräter in den Startlöchern. Zwei dieser vielversprechenden Werke habe ich bereits bestellt, genau gesagt handelt es sich dabei um die neuen Alben von Against Me! (Transgender Dysphoria Blues) und I Am The Avalanche (Wolverines). Ersteres lässt sich bereits komplett streamen. Habe ich auch soeben zum ersten Mal getan, ein richtiges Urteil habe ich mir aber noch nicht gebildet. Fest steht allerdings – und das stand schon seit geraumer Zeit fest – “Black Me Out” ist ein absoluter Hit. Bis zum heutigen Tag hatte ich allein die Akustik-Version circa 430 Mal auf Youtube angeschaut (unbedingt auschecken!!) und war dementsprechend gespannt, wie der Song mit der gesamten Band wirken würde. Auch wenn mir die Akustik-Version immer noch irgendwie besser gefällt, das Ding wird live einschlagen wie Santa im Kamin – 100 Prozent! Dem Album als Ganzes werde ich noch ein paar Tage Zeit zum Wirken geben, dann wird es ein endgültiges Fazit geben.

Der zweite heiße Kandidat für dieses Frühjahr ist die neue Scheibe von I Am The Avalanche. Die Vorgänger-Platte, Avalanche United, war ja bekanntermaßen ein absoluter Burner und mit Songs wie “Holy Fuck”, “Brooklyn Dodgers” oder “You’ve Got Spiders” vollgepackt mit Hits. Dementsprechend hoch sind jetzt auch meine Erwartungen an “Wolverines”.
Bislang gibt es nur einen Song zu hören. Er heißt “The Shape I’m In” und geht schon einmal in die richtige Richtung. Ich glaube aber, dass da noch Luft nach oben drin ist. Das Album kommt aber auch erst Mitte März, insofern ist also wohl noch etwas Geduld angesagt. Geil ist aber in jedem Fall, dass die Herren bereits fürs Groezrock gelistet sind. Für die Tour Variante der Platte dürfte es da zwar schon zu spät sein, aber der Auftritt wir für mich ganz sicher ein Pflichttermin.


You had a heart of gold. I know because I fucking sold it.

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Posted on 25-03-2013
Filed Under (Musik, Recently Bought, Recently Listened To) by Urius

The Bronx - IV

The Bronx – IV (ATO Records) LP – 2013

Letzten Freitag war es mal wieder soweit: Solid Mail Day! Der gute Green Hell Mailorder hatte trotz technischer Probleme in den letzten Tagen den Weg zu meiner Behausung gefunden und ein kleines Paket abgeworfen. Darin unter anderem auch das neueste Album von The Bronx. Wie in so vielen anderen Fällen auch kann man hier zu dem Schluss kommen, dass es beim vierten Album nicht mehr ganz so ungeschliffen zugeht – interessiert mich aber eigentlich nicht, so lange dabei so gute Songs rauskommen wie etwa “Ribcage” oder “Youth Wasted”. Fakt ist: IV ist ein grundgeiles Rockalbum, wie man es während einer Autofahrt mit offenem Fenster hört oder etwa bei Sprengarbeiten. Es geht ordentlich vorwärts, verleitet nicht zu übermäßigem Nachdenken und kommt auch bei jenen gut an, denen ein Gang höher schon zu brutal gewesen wäre. Insofern mal wieder eine Empfehlung für die ganze Familie inklusive Hund.

Mir persönlich gefällt natürlich auch schöne und zugleich schlichte Aufmachung: Weißes Tier auf rotem Grund ist ja ein klassisches Motiv. Passenderweise ist auch das Vinyl rot, so dass sich ein ansprechendes Gesamtbild ergibt. Abgerundet wird das Ganze noch durch die reliefartige Ausarbeitung des sogenannten “Tijers”. Dat verleiht der janzen Sache eine jewisse Haptik, falls du wuaisst was isch maine?! Zum Abschluss noch einen Funfact für eventuelle Verlustfälle: Bei meiner Version der Platte lagen gleich zwei Lyrics-Sheets (auch wenn ich jetzt grade nicht sicher bin, ob überhaupt Lyrics drauf stehen) bei – hier kann notfalls nachgeliefert werden…


Sometimes the best laid plans still end with blood on your hands

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Posted on 31-12-2012
Filed Under (Diverses, Musik) by Urius

Während ich TV-Jahresrückblicken in 2012 komplett aus dem Weg gehen konnte, war ich vor allem in der Zeit um Weihnachten herum unglaublich vielen Bestenlisten ausgesetzt. Ob es sich dabei um die besten Filme, Bücher oder sonstwas handelte, Listen gibt es mittlerweile ja mehr als alles andere. Das einzige Thema was mich dabei aber wirklich interessiert ist Musik – Alben in erster Linie und an zweiter Stelle von mir aus auch noch einzelne Songs. Und ich muss gestehen: Die Versuchung, eine solche Liste selbst zu erstellen ist immer mal wieder vorhanden. Doch dabei habe ich immer gleich mehrere Probleme. Ein Top-Problem in diesem Jahr: Meine Plattensammlung ist so enorm gewachsen, dass ich mich nicht im Stande fühle, über alle Neuzugänge in angemessener Weise zu urteilen. Ganz abgesehen von den Neuerscheinungen, die ich gar nicht berücksichtigen kann, weil ich sie nicht kenne – man muss sich also nach dem Erstellen einer solchen Liste direkt mit deren Unvollständigkeit auseinandersetzen, eine hässliche Vorstellung…

Trotzdem bin ich eben mal am Schrank vorbeigeschlichen und habe einige Platten in die Hand genommen, nicht unbedingt die besten, aber zumindest alle aus 2012, wenn ich auch manche ausgelassen habe. Insgesamt komme ich dabei auf 20 Alben und 3 EPs. Die jetzt alle in eine Reihenfolge zu bringen, erscheint mir erstmal unmöglich. Ich ziehe einfach mal was aus dem Stapel und schaue, ob mir dazu etwas einfällt…Spannung….

Da hätten wir zum Beispiel The Holy Mess: Nach dem schwarz-weißen Cover fällt erstmal der komische Albumtitel auf. Cande Ru Las Degas heißt das Teil und ich für meinen Teil habe keine Ahnung, was das bedeuten soll. Ich denke irgendwie direkt an Las Vegas, bin mir aber nicht sicher, ob da irgendeine Verbindung besteht. Dass ich keinen Plan habe, stört mich aber nicht, das Album ist mehr als solide, das reicht mir. Als Bonus gibt es noch herausragende Songtitel wie zum Beispiel Asleep In A Room Full Of Dog Shit oder The Saddest Girl To Ever Hold A Martini. Wer die Loved Ones oder Nothington mag, der kann sich vermutlich auch hiermit anfreunden. Aber ist es das beste Album des Jahres? Könnte sein, von der schlechtesten Platte jedenfalls ist es deutlich weiter entfernt. Noch einmal schnell in den Stapel gegriffen…

Brendan Kelly & The Wandering Birds: Hier haben wir direkt mal so einen Fall. Wirklich oft gehört habe ich das Album nicht, gekauft habe ich es vor allem, weil ich den Opener Suffer The Children, Come Unto Me so genial fand. Darüber hinaus kann ich gar nicht so viel zu I’d Rather Die Than Live Forever sagen. Außer natürlich, dass Brendan Kelly eigentlich bei The Lawrence Arms beheimatet ist, die ja 2006 mit Oh! Calcutta! einen Riesenknaller landen konnten. Aber ist I’d Rather Die Than Live Forever das beste Album des Jahres? Wohl eher nicht, aber einzelne Songs haben es durchaus in sich. Was haben wir sonst noch so…

Torche: Harmonicraft heißt das 2012er Album, das ich alleine schon wegen der bonbonfarbenen Auflage für den Plattenteller haben musste. Daneben punktet es auch noch mit einem absolut abgefahrenen Artwork. Musikalisch gesehen ist es eigentlich gar nicht so mein Kerngebiet, werden Torche doch häufig als Stoner Metal beschrieben. Sowas würde ich ja eher dem Kompetenzbereich anderer Leute zuordnen. Trotzdem kann ich mich mit dem Album gut anfreunden, Kicking beispielsweise hat schon richtiges Hit-Potenzial. Aber ist es das beste Album des Jahres? Für mich ist es stilmäßig zu weit ab vom Schuss, aber zumindest wird es das Jahr 2012 überleben und noch das ein oder andere Mal auf dem Plattenteller landen.

Sharks: Wenn man sich nicht daran stört, dass No Gods ziemlich eingängig und poppig daherkommt, findet man darauf einige Perlen. Für Oli ist es also vermutlich nix, dafür ist es wohl das, was man als allgemeinverträglich bezeichnen würde. Mit der richtigen Promotionerie könnte ich mir die Band schon bald deutlich bekannter/erfolgreicher vorstellen. Mal sehen, ob es tatsächlich so kommt. Aber ist No Gods das Album des Jahres? Nee.

Downtown Struts: Victoria! ist eines der letzten Alben, das in diesem Jahr bei mir ankam – und dann gleich zweimal, weil ich es aus Versehen nochmal bestellt hatte. Damit habe ich aber überhaupt kein Problem, schließlich sind es zwei unterschiedliche Varianten. Darüber hinaus ist Victoria! einer meiner Favoriten des Jahres. Irgendwie ist das Album in sich sehr stimmig, dabei schön roidig und catchy zugleich – quasi so eine Art modernes Shock Troops. Keine Ahnung warum, aber irgendwie hatte ich gleich dieses Cocksparrer-Feeling, vielleicht liegt das irgendwie am Label. Aber ist es das Album des Jahres? Von allen genannten Platten bin ich hier am ehesten geneigt, “Ja” zu sagen. Irgendwie sind Songs wie Rocca Ave., Back To N.Y. und Lost In America genau das, worauf ich 2012 gewartet habe. Für mich auf jeden Fall unter den Top 3.

So, hier sieht man mal wieder einen weiteren Grund dafür, dass ich solche Best-Of-Listen nicht machten kann – es dauert einfach zu lange. Naja, wenigstens sind jetzt mal fünf Alben des Jahres erwähnt worden, von denen ich bis jetzt so gut wie nichts in irgendwelchen Rückblicken gelesen habe. Morgen bzw. nachher geht es übrigens zum Jahreswechsel zum Gierse. Mal schauen, was Frankfurt so zu bieten hat, wird bestimmt lustig. Guten Rutsch allerseits!


Cut Me Off I Think I’ve Had Enough

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Posted on 03-10-2012
Filed Under (Musik) by Urius

Trotz unserer zunehmend funktionierenden Organisation von Freizeitaktivitäten via Internet ist es mir heute leider nicht gelungen, jemanden für das Konzert von La Dispute, Title Fight, Make Do And Mend und Into It. Over It. zu gewinnen. Schade eigentlich, denn das wäre bestimmt sehr gut geworden – die Chancen stehen nicht schlecht, dass ich mich irgendwann darüber ärgere, nicht hingegangen zu sein. Dafür habe ich mir heute mal wieder Shed von Title Fight angehört, da die neue LP Floral Green noch nicht bei mir angekommen ist.

Das Album kam im letzten Jahr raus und ist auch heute noch absolut top. Ein stimmiges Gesamtwerk, das man immer wieder hören kann, und Hits sind auch noch drauf. Mehr kann man eigentlich nicht verlangen. In einer “meine persönlichen Lieblingsalben aus 2011”-Liste würde das Teil vermutlich irgendwo relativ weit vorne auftauchen, ohne dass ich mich jetzt hier auf eine genaue Position festlegen könnte – zumindest nicht so aus dem Stegreif. Aus diesem Grund empfehle ich es auch hiermit ganz offiziell dem Jochen, damit ihm der Stoff für seinen eigenen Blog nicht ausgeht. Schließlich habe ich wegen ihm, nachdem ich seine Rezension zu den Menzingers und The Gaslight Anthem gelesen habe, wieder mal die Idee gehabt, hier etwas zu schreiben. Das könnte gewissermaßen der Grundstein für eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit gewesen sein.

Für mehr bleibt mir jetzt aber auch leider keine Zeit, denn ich muss den Laptop abtreten. Er wird heute Nacht noch seinen Beitrag zum Fortbestehen des Gesundheitswesens leisten, indem er Breaking Bad, Donnie Darko oder vielleicht doch etwas anderes abspielt. Das nenn’ ich mal Einsatz.


Your common sense will never pay the rent

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Posted on 01-08-2012
Filed Under (Handball, Kram zur Seite, Musik) by Urius

Zunächst einmal möchte ich das Rätsel vom letzten Eintrag auflösen: Alles was der Nebel mithilfe irgendwelcher technischen Spitzfindigkeiten herausgefunden hat, war tatsächlich richtig. Da hätten wir also die beiden Alben von Jawbreaker, eines von Red City Radio, eins von The Movielife und das der Swellers. Das letzte, nicht erkannte Album ist natürlich Twelve Towns von Into It. Over It.

Da der Post vom Nebel aber laut Comment-Zeitrechnung erst am Montag eingegangen ist, war er zu spät für den Einsendeschluss, weshalb folgerichtig der Pistolen-Ede gewonnen hat. Applaus, Applaus! Den Gewinn werde ich dir bei nächster Gelegenheit übergeben.

Spitze! Alles bis zu diesem Punkt hatte ich schon ewige Zeit hier als Draft gespeichert, weshalb ich es nicht noch einmal schreiben musste. Was heute nicht alles möglich ist. Ich komme nämlich gerade vom ersten Training nach der Sommerpause und noch tut mir nichts übermäßig weh. Das ist ja schon ein kleiner Erfolg, man wird ja auch nicht jünger. Und beim Thema Ballsport gibt es natürlich ein ganz wichtiges Stichwort: Fan & Friends-Day! Der findet ja bekanntlich am 25. August statt, also schon relativ bald. Wie ich finde ein optimaler Termin im Rahmen der Kerbevorbereitung, trainiert er doch die beiden wichtigsten Abläufe des Flunkyballs genauso wie das für eine angemesse “On-Time” entscheidende Ausharren an einem Ort.

Heute ist übrigens der Rest meiner Handwritten-Preorder angekommen (Shirt und LP), das Poster war ja schon vor ein paar Tagen da. Jetzt kann ich mir das Teil mal in aller Ruhe zu Gemüte führen. Die Tickets für Frankfurt sind übrigens auch schon da und mittlerweile ist sogar wieder eins frei, weil Captain Girse einen auf Teichlampe macht. Mo?


I’m the only guy in Top Gun she ever dated

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Posted on 22-06-2012
Filed Under (Aktionen, Musik, Recently Bought) by Urius

Also ich hatte ja mit einigem gerechnet, aber dass Fun. (mit Nate Ruess, ehemals The Format, die seinerzeit noch von Thorti zurecht als Musical-Band bezeichnet wurden) jetzt auf einmal im Radio laufen, war in meinem Plan nicht enthalten. Nachdem ich den Schock darüber und die Hoffnung, dass meine The Format-Platten jetzt wertvoller werden könnten, überwunden hatte, forschte ich nach – wie konnte es dazu kommen aka wat läuft?

Die Antwort hätte ich mir auch eigentlich selbst geben können, denn natürlich war “We are young” durch Glee zu Rum und Ähre gelangt. Wären Fun. also schon in den 70ern aktiv gewesen und hätten knallenge Hosen mit Leopardenmuster getragen, wären sie jetzt logischerweise auf einem Level mit Journey. So müssen sie jetzt noch etwas arbeiten, um einen ähnlichen Status zu erlangen, wobei – eigentlich ist es gar nicht mehr möglich, denn die Kontinuität in Sachen Alben-Cover haben sie jetzt schon verbeutelt und das war schließlich eine wahre Stärke der Perry-Bande.

Von Journey bis zu meinem letzten, fragmentarischen Eintrag ist es jetzt natürlich ein weiter Weg, eine große Reise, in etwa wie die von Deutschland nach Belgien. Ha, da ist die Überleitung zumindest im Ansatz erkennbar, also einfach gar nicht weiter drüber nachdenken und zugreifen: Ja, was gibt es zum zweiten Tag des Groezrock zu sagen? Ich schau erstmal beim Jochen und bin gleich wieder da….Achja richtig, wir (vor allem ich) sind etwas später aufgestanden, weil der Tag davor so anstrengend war. Gut, dadurch hab ich zwar Make Do And Mend verpasst, aber okay man muss auch mal Abstriche machen. Dafür gab’s dann Hot Water Music, die unter anderem – wie überraschend – Trusty Chords mit der Unterstützung von Dave Hause vortrugen, Spitze! Zu Dave Hause muss ja nicht mehr viel gesagt werden, ich zitiere an dieser Stelle einfach ganz dreist den Carlos:

Dave Hause made his appearance on the Fender Acoustic Stage. That man is the real superhero of punkrock right now, I shit you not. Brian Fallon who? Stage presence, songwriting and interaction with the audience; all top notch and seemingly an easy task for him. He played a mix of songs from his solo album Resolutions and from The Loved Ones discography and was supported by the Revival Tour lot Joe Ginsberg on bass, Jon Gaunt on the violin and most of all Chuck Ragan – “the hardest working man at the Groezrock”. And the crowd thanked them all with lots of love and pleas for several encores.

Das kann ich soweit auch alles unterschreiben, was allerdings etwas untergeht in all der Begeisterung, die uns der Autor hier entgegenwirft, ist, dass Dave Hause das vielleicht beste Album des vergangenen Jahres abgeliefert hat: Resolutions heißt das Teil und wenn ich mich dafür nicht durch mehrere tonnenschwere Kisten wühlen müsste, würde ich jetzt meine genial aussehende Erstpressung (strike!) dieses Tonträgers zu Tage fördern und hier ein Bild davon posten. Stattdessen möchte ich den von j-suss verwendeten Terminus aufgreifen und euch zwei superheroes of punkrock präsentieren:

Weiter im Text: Nach HWM kamen Alkaline Trio auf die Bühne und auch hier hat der Rochen recht, die Songauswahl ließ etwas zu wünschen übrig. Schade eigentlich, denn ich hatte mich schon auf der Hinfahrt auf “I’m dying tomorrow” und “Mercy Me” gefreut. Im Anschluss war es dann auch schon wieder Zeit für Dave Hause, dieses Mal mit eigenem Programm auf der Akustikbühne, aber dazu ist jetzt wirklich alles gesagt, ich häng’ mich da jetzt gar nicht mehr rein (muss ja auch etwas auf die Spielzeit achten und notfalls kann ich Infos auch zufaxen). Wenn ich mich recht entsinne, habe ich danach nur noch 7 Seconds und The Swellers auf dieser Mini-Bühne gesehen. Vor allem die Swellers wollte ich aber unbedingt mal begutachten. Ergebnis: für gut befunden (wusste ich aber vorher schon, insofern habe ich mich einfach nochmal selbst überrascht) und Platte gekauft.

Damit ist auch schon erste Hinweis für das Gewinnspiel raus. Ja! Ein Gewinnspiel lockt die träge Meute an die Tastatur. Was es zu gewinnen gibt? Ein von mir ausgewähltes Album, das dieses Jahr erschienen ist – eine Überraschung ist es also auch noch, was könnte man sich sonst noch wünschen? Okay, ich gebe zu: Etwas Eigennutz ist auch dabei, denn so kann ich mich der bei mir nicht benötigten CD-Beigaben mancher Vinyl-Titel entledigen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Also ganz klar win win! Jetzt noch die entscheidende Frage: Wie kann ich denn jetzt gewinnen? Wer als erstes alle (oder bis Sonntag 24 Uhr die meisten) Alben (und dazugehörige Interpreten), die ich mir auf dem Groezrock gekauft habe, anhand des folgenden Bildes erkennt und diese als Kommentar postet, gewinnt. Have fun!

 


We’re the ones with the dirty fingernails

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Posted on 05-05-2012
Filed Under (Aktionen, Musik) by Urius

Um diese Uhrzeit (23:34) vor genau einer Wochen waren j-suss und ich gerade damit beschäftigt, unsere Zelte auf einem Feld im verregneten Belgien aufzubauen – eine fiese Verpflichtung bei schlechten Lichtverhältnissen. Einige Stunden zuvor waren wir mit unserem überschaubaren Krempel in Richtung Meerhout aufgebrochen, um uns das exzellente Lineup auf dem Groezrock-Festival zu Gemüte zu führen. Unser ursprünglicher Plan, der eine Ankunft noch vor Einbruch der Dunkelheit vorsah, wurde aber spätestens auf dem verschlammten Schlachtfeld vor dem Campingplatz zunichte gemacht. Hier warteten zahlreiche Punker, Hardcore-Kids, Skinheads sowie Eltern mit ihren minderjährigen Kindern auf Einlass. Die Problematik: Bevor man den Campingplatz betreten durfte, musste man sein E-Ticket gegen ein Camping-Bändchen eintauschen. Da diese Information allerdings erst an der Pforte an die heranströmenden Gäste weitergegeben wurde, mussten viele (so auch wir) erstmal wieder umdrehen. So gab es also zwei unterschiedliche Bewegungsrichtungen, was der Sache nicht dienlich war. Darüber hinaus war der Boden vom Regen in eine Bracke verwandelt worden, in der die Festival-Teilnehmer mit all ihrer Habe umhersuppten. Quasi on top hatte die Leitung des Events dann auch noch ganze ZWEI Kassenhäuschen für tausende Heranstürmende bereitgestellt – Los Wochos!

Indes war die Aufgabenverteilung in unserer 2-Mann-Gruppe klar: Jochen, Teilzeitgewaltmensch und durch den Wehrdienst die Fortbewegung im Schlamm gewohnt, sollte sich der Schlange am Kassenhäuschen vornehmen, während ich in meiner Funktion als Gutmensch die Bewachung unseres Transportgutes übernahm. Letzteres hört sich zunächst einfach an, wurde aber dadurch enorm erschwert, dass pausenlos Menschen mit dreckverkrusteten Karren, Einkaufswägen oder Koffern an mir vorbeizogen, die in ihrer Verblendung gar nicht wahrzunehmen schienen, dass sie einzelne Teile unseres Gepäcks in ihrem Fahrwasser hinter sich herzogen. Also musste ich immer wieder Sachen zurückholen, einsammeln und meinen Standort wechseln – ein Fulltimejob. Witzigerweise wurden mit dem Strom der Besucher auch zwei der Freaks an mir vorbeigespült, die noch kurze Zeit zuvor in Wiesbaden bei Nothington für Furore gesorgt hatten (siehe letzter Eintrag).

Als der Suselmane – der vermutlich den noch beschisseneren Job hatte – dann nach über 90 Minuten endlich mit den Bändchen zurückkam, war die Froide groß. Endlich auf dem Gelände wurden wir dann Zeugen einer mir bislang unbekannten Praktik seitens  der Turnier-Leitung: Dass man nicht auf jedem Festival so schön am Zeltplatz parken kann wie beim Full Force, war für mich ja noch nachvollziehbar, eine Vergabe der Zeltplätze nach einem 3-Jahres-Plan hatte ich im deutlich westlich von Leipzig gelegenen Belgien allerdings nicht vermutet. Mit einer Menschenkette hielten die Ordner die entnervten Camper von den freien Flächen fern und rückten erst dann minimal vor, wenn wirklich überall Zeltplane an Zeltplane ausgebreitet war. So kam es auch zu einem “sehr engen nachbarschaftlichen Verhältnis” vor Ort.

Warum aber hatten wir denn überhaupt zwei Zelte aufzubauen? Gibt es keine Unity mehr zwischen denen mit nachlassender Kopfbehaarung, dass sie in getrennten Zelten schlafen müssen? Ist es so weit schon gekommen? Nein, natürlich nicht! In einem Akt der Menschenliebe hatten Jochen und ich uns dazu bereiterklärt, die Kunststoffhöhle von Moe und dem Oppinger, die später in der Nacht nachkommen wollten, bereits bezugfertig aufzubauen. Selbst der alte Dabbelju-Schorsch hätte uns im Angesicht dieser windschiefen Bude allerdings das “Mission accomplished” verweigert. Wie der Oppi später treffend bemerkte, hatten die beiden Nachzügler “wie immer das hässlichste Zelt am Platz”. Wir hatten offensichtlich die Stangen vertauscht, das Ergebnis war ein im Prinzip unbewohnbarer Forellenpuff. Unsere Kräfte reichten aber für einen Umbau nicht mehr aus, also blieb dem dynamischen Duo von nebenan nichts anderes übrig, als in die klamme Butze zu krabbeln.

Am nächsten Tag war dann aber trotzdem der Ehrgeiz groß. Wir hatten uns einen strengen Zeitplan zurechtgelegt, denn verpassen wollten wir nun wirklich nichts. Erste Anlaufstelle von Jochen und mir war die Fender Acoustic Stage. Hier spielte Mikey Erg von den legendären Ergs auf. Für mich als großer Ergs-Fan war das schon im Vorfeld ein echtes Highlight gewesen, weshalb ich auch den frühen Zeitpunkt des Auftritts (12 Uhr) für unberecht gehalten hatte. Glücklicherweise waren aber noch ein paar andere Ergs-Anhänger zugegen, so dass es an Publikum dann doch nicht mangelte. Einige der Ergs-Klassiker endlich mal live zu hören, war ein Vergnügen und als dann mit “Books About Miles Davis” auch noch einer meiner Favoriten als Endpunkt dienen durfte, war ich vollkommen zufrieden. j-suss fand es wohl auch ganz gut, soweit ich das beurteilen kann, von daher war es für alle ein Gewinn.

Danach ging es direkt nahtlos weiter: Auf der Main Stage gaben wir uns The Menzingers und direkt im Anschluss None More Black. Erstere haben ja ein geniales neues Album auf dem Markt, weshalb sie für mich absolutes Pflichtprogramm darstellten, letztere hatten einen Scheiß-Sound (inklusive zahlreicher defekte am Schlagzeug), waren aber ebenfalls absolut unverzichtbar. Als nächstes wurde dann ein kleines Päuschen am Zeltplatz eingelegt, begleitet von Oppis einprägsamem Ausruf: “Ahhh, der feine Herr!” Frei nach dem Motto: Der Urius hat ja ne klappbare Zahnbürste dabei – Ahhh, der feine Herr! Der Jochen hat sich grad mal hingelegt – Ahhh, der feine Herr! Ich glaub, ich mach mir mal ein Bier auf – Ahhh, der feine Herr! You get it.

Moe, Oppi und ich kehrten dann zu Reel Big Fish an die Main Stage zurück, wo in gewohnter Party-Ska-Manier eine solide Show geboten wurde. Für kurz nach 17 Uhr hatte ich mich dann j-suss an der Etnies Stage verabredet: Hier wurden The Wonder Years und Set Your Goals direkt hintereinander abgefrühstückt – auch hier alles wie erwartet hochwertig. Yellowcard auf der Main Stage schauten wir uns dann wieder alle gemeinsam an, bevor ich mir dann Lifetime alleine auf der Etnies Stage gab.

Den Abschluss des Tages machten dann die beiden Headliner und Punk-Urgesteine von Lagwagon und Rancid. Vor allem Rancid war natürlich ein besonderes Highlight, schließlich hatte ich die Helden meiner Jugend noch nie zuvor live sehen können. Das Zelt war natürlich rappelvoll und vermutlich kannte wirklich jeder Anwesende mindestens einen Rancid-Song. Für mich war bis auf die zwei oder drei Titel vom neuesten Album jedes Stück ein Heimspiel und so wurde auch gut abgefeiert. Dabei fiel mir auf, dass besonders viele Songs von der Let’s Go gespielt wurden – konkret erinnere ich mich jetzt an: Nihilism, Radio, Salvation, Tenderloin, Gunshot, Black & Blue (inklusive Freddy Madball-Gedächtnis-Ansage) und St. Mary (hatte ich mir vorher noch gewünscht). Insofern war die Platte vermutlich im gesamten Set am stärksten vertreten, zu Recht wie ich finde. Allerdings dürfte – wenn meine These denn überhaupt stimmt – die …And Out Come The Wolves nur knapp dahinter liegen, denn hier wurden natürlich auch alle Klassiker abgeliefert: Maxwell Murder, Journey To The End Of The East Bay, Listed M.I.A., Roots Radicals usw., Time Bomb wurde selbstverständlich erst in der Zugabe verbraten. Auf jeden Fall ein würdiges Ende des ersten Tages! So, jetzt mach’ ich aber auch Schluss, Teil II folgt mit etwas Glück sogar schon im Verlauf des mittlerweile heutigen Samstags.


I came so close man, I almost had it

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Posted on 23-04-2012
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Meine Güte, letzte Woche war ganz schön was los – vor allem in musikalischer Hinsicht. Den Anfang machte meine Idee, eine Gruppe im sogenannten Facebook zu gründen, in der alle anstehenden Konzerte eingetragen werden, um dann anschließend den Besuch derselben zu organisieren. Nach Gründung der Gruppe trug ich direkt das Konzert von Joey Cape & Dave Hause im Schlachthof Wiesbaden (vergangener Dienstag) und den Gig von Nothington in der Kreativfabrik Wiesbaden (vergangener Donnerstag) ein. Zu beiden Terminen ging ich dann auch tatsächlich mit dem one and only B to the ernd Mörser. Während sich der Mörser aufgrund der mangelnden Action bei Solo/Akustik-Auftritten nicht so recht mit Joey Cape und Dave Hause anfreunden konnte, war ich in erster Linie enttäuscht, dass die neue 7″ vom Loved Ones-Frontmann schon ausverkauft war. Für Aufregung war also in ausreichendem Ausmaß gesorgt.

Zwei Tag drauf ging es dann schon wieder nach Wiesbaden, um sich Nothington anzuschauen – für mich ein absoluter Pflichttermin. Im Anschluss an die Vorband, Tragic Vision, ging’s los und der Alkoholpegel schien sich bei einem Teil der Band schon ordentlich bemerkbar zu machen. Mörser versuchte nachzulegen, kam aber an das vorgegebene Niveau nicht heran. Neben alkoholgeschwängerter Glückseligkeit wurde aber dennoch solide Kost serviert. Zwar waren die mitgereisten Fans aus den USA teilweise etwas hypermotiviert und ließen das auch ordentlich raushängen, bis zu einem gewissen Grad war Begeisterung aber durchaus angebracht. Hits von allen drei Alben wurden präsentiert und der Hit-Skala entsprechend abgefeiert. Hier wurde mein Gassenhauer-Gehör einmal mehr bestätigt, denn der Song, den ich noch vor kurzem in Jochens Auto gegen den Vorwurf der Lahmarschigkeit (haltlose Übertreibung) verteidigen musste, wurde von der Band als Zugabe auserkoren und vom Publikum rasend aufgenommen. Natürlich spreche ich von “Don’t Have To Wait”. Als krönenden Abschluss hatte ich dann noch die Möglichkeit, die ersten beiden Alben der Band auf Vinyl zu erwerben, wobei ich mich besonders über die farbige Version des Debut-Albums “All In” freute.

Nur ein paar Tage zuvor hatte ich mich bereits an einem ausgezeichneten “Solid Mail Day” ergötzt, denn die erste Lieferung meiner No Sleep Records Subscription kam gleichzeitig mit der 7″-Collection von NoFX an. Spitzenmäßig! Das ganze sah dann so aus:

Ein paar Tage später kam dann auch noch das “Big Hardcore Mystery” in Form des Bridge9-Mystery-Packs, quasi eine Wundertüte des Labels, bei dem man 3 CDs festlegen konnte, der Rest aber zufällig zusammengestellt wurde. Ich fand das eine ganz lustige Möglichkeit, an Sachen zu kommen, die ich mir normalerweise nie kaufen würde und so war ich dann auch sehr gespannt, als das Paket bei mir auf der Treppe lag. Aufgrund der bekannten Probleme mit hochformatigen Bildern werde ich den Inhalt einfach nur hier verlinken.

Das Finale der Plattenwoche markierte dann der Record Store Day am Samstag. Zum Glück hatte ich meinen V-Mann Thorterich auf Düsseldorf und die dortige Musikszene angesetzt, so dass ich auch dort Erfolge verzeichnen konnte. Auf Grundlage meiner Aufzeichnungen rückte der Mayoman den hilflosen Plattenladenbesitzern zu Leibe und presste eine Horrible Crowes- sowie eine Doomriders/Sweet Cobra-7″ frei. Gute Arbeit! Heute waren dann sogar noch einige Releases in Online-Shops verfügbar, so dass ich zusätzlich noch die Ignite LP sowie die Kid Liberty 7″ ergattern konnte. Alles in allem also ein schöner Zugewinn für die Plattenkiste.

Hier nochmal der Hinweis für mögliche Interessenten: Kommendes Wochenende Groezrock in Belgien!


I know it’s hypocritical to point fingers at the people who point fingers

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