Posted on 15-08-2014
Filed Under (Aktionen, Musik) by Urius

Seit nun mittlerweile gefühlten 47 Jahren fahre ich jedes Jahr 400 Kilometer bis ins entlegene Roitzschjora, um dort dem Umpflügen eines riesigen Ackers beizuwohnen. Auf der anderen Seite findet nur wenige Kilometer von meinem Wohnort entfernt, jedes Jahr ein Festival statt, bei dem der Eintritt nur 15 Tacken und der Schoppen nur unschlagbare Einssechzig kostet. Was läuft da denn bitteschön falsch? Nun gut, also zuerst muss man natürlich sagen, dass das With Full Force und das Tells Bells in keinerlei Konkurrenz stehen, weil sie zeitlich gesehen doch recht ordentlich auseinander liegen. Die Frage sollte daher also vielmehr lauten: Warum bin ich bisher nicht immer zu beiden Veranstaltungen angetreten?

Die Antwort ist schlicht und ergreifend: keine Ahnung! Ich wusste mehr oder weniger schon immer, dass es dieses Festival gibt und war mir auch darüber bewusst, dass dort mit schöner Regelmäßigkeit Bands spielen, die mich interessieren. Was mich letztendlich davon abgehalten hat, mich ins beschauliche Villmar zu begeben, werden wir jetzt nicht mehr für jedes einzelne Jahr klären können.

So oder so, dieses Jahr war es endlich soweit. Das Lineup war mir endlich einmal richtig aufgefallen und ich hatte es relativ schnell als durchaus positiv bewertet. Glücklicherweise waren auch Moe und Admiral Opp von Opperstedt schnell zu begeistern, mich am Samstag in den Nachbarort des klangvollen Runkel zu begleiten. Punkt irgendeine Uhrzeit holte ich die beiden also am Bad Homburger Bahnhof ab und der gute Daihatsu Sirius fuhr uns über Berg, Tal und Heinzenberg bis kurz vor das Festivalgelände. Auf der Abfahrt zum Park-/Zeltplatz setzte das Fahrzeug kurz auf und erfasste dann sogleich ein Absperrband, an dem noch ein gottverlassener Camper versuchte das japanische PS-Monster zu bändigen. Unter dem Gelächter der Fahrzeuginsassen wurde der Unglückliche einmal kurz von seinem Klappstuhl gerissen, dann war der Spuk auch schon zu Ende.

Der erste Eindruck vom Festival selbst war durchaus positiv: klein, aber fein, übersichtlich, mit fairen Preisen und einem dennoch professionellen Festivalbändchen (sponsored by Auto Bach). Dank meiner Fahrerfahrung in Feld- und Wiesengebieten hatten wir es sogar noch rechtzeitig zu BANE geschafft, die aber vom noch recht trägen und vermutlich auch nicht vollständig Hardcore-affinen Publikum eher verschmäht wurden. Ich jedenfalls erinnerte mich bei dieser Gelegenheit noch einmal gerne an die Monster-Tour zusammen mit HAVE HEART und CEREMONY zurück und freute mich, BANE noch einmal vor der Auflösung gesehen zu haben.

Danach gab es für uns erstmal eine kleine Pause bei feinstem Wetter, in der nicht nur irgendeine wilde Hip-Hop-Kombo aufrtat, sondern in der wir auch schnell noch ein Foto mit Toby von H2O machten – auf dem winzigen Festivalgelände hatte er auch kaum eine Chance auszuweichen. Nach NH3, den abgedrehten Ska-Dudes aus Italien(?), und ANCHORS & HEARTS war dann für mich ein erstes dickes Highlight angesagt: A WILHELM SCREAM. Die tappenden Wunderknaben aus New Bedford traten auch wieder voll aufs Gas und prügelten einen Knaller nach dem anderen von der Platte (leider ohne dabei We Built This City On Debts Ans Booze, These Dead Streets und Killing It zu berücksichtigen). Normalerweise würde ich jetzt ja das Bild hier einfügen, das ich am Samstag gemacht habe, nur leider ist flickr irgendwie ganz komisch zu bedienen heutzutage.

Naja, jedenfalls wurde danach noch schön etwas Merch gekauft und ans Auto gebracht. Auf dem Weg dorthin trafen wir rein zufällig den Ost und die Ramona, wat ne Überraschung. Es gab ein großes “Hallo” und der Ost hatte einfach eine der weltbesten Kappen aller Zeiten auf – good times. Als wir wieder vom Auto zurückkamen ging es mit den RYKER’S direkt ordentlich weiter. Die Hardcore-Veteranen schwangen die Keule und hier war auch direkt deutlich mehr los als bei allen anderen Bands davor. Gut, es war auch mittlerweile Abend geworden, aber der fast schon vorhandene Heimvorteil machte eventuell auch noch etwas aus.

Im Anschluss dann für mich mit H2O das zweite große Highlight. Auf dem Groezrock musste ich sie mir dieses Jahr leider durch die Lappen gehen lassen, weil das Zelt einfach zu voll war. Umso leichter war es dieses Mal, bis ganz nach vorne zu kommen – definitiv ein Vorteil des kleinen Festivals. Wie zu erwarten war, gab es alle Hits: Faster Than The World, Guilty By Association, One Life One Chance und und und. Abgesehen von den wilden Zwischenrufen des “skinniest motherfucker around”, der zuvor schon versucht hatte, meine Kappe (und die vom Ost) zu ertauschen und der später auch splitternackt im Merchzelt herumgewuselt hatte, lief die Sache auch gewohnt harmonisch ab. Jeder kannte jedes Lied, sang alles mit und freute sich bis aufs Blut – wenn ich hier mal von mir auf andere schließen darf.

Der Headliner, RAISED FIST, brauchte dann gefühlte Jahrzehnte, um auf die Bühne zu kommen. In der Zeit hatte jeder von uns mehrere Burger gefressen und die anderen mindestens drei Mal verloren. Trotz Völlerei und Suchaktionen: Immer noch stand kein Headliner auf der Bühne. Wir schauten uns ein Danzig-Video an und entschieden Heim zu fahren, schließlich musste ich die Drinking Crew noch nach Frankfurt karren. Also schnell zurück zum Auto und die Anlage aufgerissen. Im Spielschacht keine Geringeren als CULTURE CLUB. Mit heruntergelassenen Hosen Fenstern und Karma Chameleon auf Anschlag fuhren wir vielsagenden Blickes im Schritttempo an sichtlich irritierten Dorfbewohnern vorbei – ein Spaß für die ganze Familie und definitv eine der schönsten Festival-Heimfahrten seit langer Zeit.


I’m a man without conviction

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Posted on 22-04-2014
Filed Under (Aktionen, Musik) by Urius

Zwischen Karpfen und Lammbraten war es am Samstag endlich so weit, der Record Store Day 2014 öffnete in Form diverser Plattenläden auf der gesamten Welt seine Pforten, während ich meine Pfoten in vieren davon öffnete. Doch zuvor musste man ja erst einmal einen teilnehmenden Laden erreichen, gar kein so leichtes Unterfangen.

So zumindest dachte ich, als ich um kurz nach vier Uhr nachts nach einer ausgiebigen Runde Twilight Imperium im Hause Suselmane daheim ankam. Schnell zückte ich das Taschenfax und teilte dem sfb9000 mit, dass ich die geplante Abreise um kurz nach 9 Uhr wohl nicht leisten können würde. Nach kurzem Überlegen kam ich dann doch zu einem anderen Ergebnis: Vermutlich würde es mich zwar die Samstagsperformance kosten, aber ein frühes Aufstehen erschien dann doch irgendwie angebracht. Schließlich hatten wir den Tag schon nahezu ansatzweise geplant.

Also okay, noch schnell den Hinweis nach dem Motto “Versuch mich wachzuklingeln, wenn Du willst” über den Äther gejagt und dann abrupt weggeratzt. Fünf Stunden später klingelte dann auch schon der Telefonapparillo und überraschenderweise bekam ich es tatsächlich mit – wenn auch zu spät. Halb wach und voll belämmert rief ich zurück, sicherte meine Teilnahme zu und verschwand in der Nasszelle.

Kurz drauf saß ich dann mit einer ausgedruckten und getextmarkerten Liste im sfb-Mobil, wo umgehend der Schlachtplan erörtert wurde. Welcher Laden zuerst? Wohin dann? Auf was wird gehofft? Was wird auf jeden Fall gekauft? Was eventuell als Geschenk? Zusammen mit meiner vor Enttäuschung strotzenden Nacherzählung der Twilight-Imperium-Runde ging die Fahrt so wie im Handumdrehen über die Bühne.

Als erste Station in Frankfurt einigten wir uns auf den verhältnismäßig neuen Memphis-Records auf der Friedberger Landstraße. Hier hatte der sfb bereits im Vorfeld eine Kontaktaufnahme vollzogen, weshalb man zumindest eine gewisse Hoffnung in den Plattendude setzen konnte. Doch kurz nach Betreten des Ladengeschäfts ein erster Rückschlag: Der Kurier hatte offensichtlich zu viele Ostereier gefrühstückt und sich mitsamt einer Teillieferung auf Abwege begeben – ein Drittel der gesamten Platten sei dementsprechend gar nicht vor Ort. Die Plattenkiste war aber dennoch ansatzweise gefüllt und es gab keine Konkurrenz im Laden. Somit nahmen wir uns noch einen kurzen Moment Zeit, um mit dem verantwortlichen Personal kurz die Lage auszuloten. Bemängelt wurden fehlende RSD 2014 Aufkleber und die Teilnahmegebühr für Shops, welche für das Jahr 2015 im Gespräch zu sein scheint. Danach warfen wir zwei fachmännisch kritische Blicke in den RSD 2014-Karton, wo sich mir auch recht schnell ein erster Treffer anzubahnen schien …


You’re in my dreams, pushing me around

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Posted on 27-01-2014
Filed Under (Aktionen, Diverses) by Urius

Kurz vor der nächsten Sneak am morgigen Montag möchte ich noch schnell die Chance nutzen, mit zum Film dieser Woche zu äußern. Nachdem in der Woche zuvor ja bereits der heiße Oscar-Anwärter “12 Years a Slave” gelaufen war, hatte ich an den “Nachfolger” recht hohe Erwartungen und brachte direkt mal “American Hustle” und “Dallas Buysers Club” ins Spiel. Beide Tipps erwiesen sich jedoch als falsch, was aber in keinster Weise ein Beinbruch war. Schließlich wurden wir mit “Anchorman 2” mehr als gut entschädigt. Die Story um Ron Burgundy und sein grenzdebiles News-Team, das noch einmal die große Chance bekommt, war mindestens genauso unterhaltsam wie dämlich. Dazu wurden ganz im Retro-Stil jede Menge kuriose Outfits und vor allem immer wieder solide Bärte abgeliefert – ein Hochgenuss. Vor allem aber überzeugt der Film aber sicherlich durch die blanke Dummheit seiner Figuren und die überaus skurrilen Situation, welche sich daraus ergeben. An vorderster Front behaupten sich in diesem Zusammenhang immer wieder Ron (Will Ferrell) und Brick (Steve Carell), die kein Fettnäpfchen auslassen und immer wieder aufs Neue ihre Unfähigkeit zur sozialen Interaktion unter Beweis stellen – so bescheuert, dass es schon wieder gut ist. Ich habe auf jeden Fall so oft gelacht wie schon lange nicht mehr im Kino. Meine absolute Lieblingszene: der News-Team-Showdown kurz vor Ende, bei dem nicht nur Kanye West, sondern auch ein Minotaurus seinen Beitrag leistet. Top!


Here’s the fucking spoiler: everybody dies.

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Posted on 22-06-2012
Filed Under (Aktionen, Musik, Recently Bought) by Urius

Also ich hatte ja mit einigem gerechnet, aber dass Fun. (mit Nate Ruess, ehemals The Format, die seinerzeit noch von Thorti zurecht als Musical-Band bezeichnet wurden) jetzt auf einmal im Radio laufen, war in meinem Plan nicht enthalten. Nachdem ich den Schock darüber und die Hoffnung, dass meine The Format-Platten jetzt wertvoller werden könnten, überwunden hatte, forschte ich nach – wie konnte es dazu kommen aka wat läuft?

Die Antwort hätte ich mir auch eigentlich selbst geben können, denn natürlich war “We are young” durch Glee zu Rum und Ähre gelangt. Wären Fun. also schon in den 70ern aktiv gewesen und hätten knallenge Hosen mit Leopardenmuster getragen, wären sie jetzt logischerweise auf einem Level mit Journey. So müssen sie jetzt noch etwas arbeiten, um einen ähnlichen Status zu erlangen, wobei – eigentlich ist es gar nicht mehr möglich, denn die Kontinuität in Sachen Alben-Cover haben sie jetzt schon verbeutelt und das war schließlich eine wahre Stärke der Perry-Bande.

Von Journey bis zu meinem letzten, fragmentarischen Eintrag ist es jetzt natürlich ein weiter Weg, eine große Reise, in etwa wie die von Deutschland nach Belgien. Ha, da ist die Überleitung zumindest im Ansatz erkennbar, also einfach gar nicht weiter drüber nachdenken und zugreifen: Ja, was gibt es zum zweiten Tag des Groezrock zu sagen? Ich schau erstmal beim Jochen und bin gleich wieder da….Achja richtig, wir (vor allem ich) sind etwas später aufgestanden, weil der Tag davor so anstrengend war. Gut, dadurch hab ich zwar Make Do And Mend verpasst, aber okay man muss auch mal Abstriche machen. Dafür gab’s dann Hot Water Music, die unter anderem – wie überraschend – Trusty Chords mit der Unterstützung von Dave Hause vortrugen, Spitze! Zu Dave Hause muss ja nicht mehr viel gesagt werden, ich zitiere an dieser Stelle einfach ganz dreist den Carlos:

Dave Hause made his appearance on the Fender Acoustic Stage. That man is the real superhero of punkrock right now, I shit you not. Brian Fallon who? Stage presence, songwriting and interaction with the audience; all top notch and seemingly an easy task for him. He played a mix of songs from his solo album Resolutions and from The Loved Ones discography and was supported by the Revival Tour lot Joe Ginsberg on bass, Jon Gaunt on the violin and most of all Chuck Ragan – “the hardest working man at the Groezrock”. And the crowd thanked them all with lots of love and pleas for several encores.

Das kann ich soweit auch alles unterschreiben, was allerdings etwas untergeht in all der Begeisterung, die uns der Autor hier entgegenwirft, ist, dass Dave Hause das vielleicht beste Album des vergangenen Jahres abgeliefert hat: Resolutions heißt das Teil und wenn ich mich dafür nicht durch mehrere tonnenschwere Kisten wühlen müsste, würde ich jetzt meine genial aussehende Erstpressung (strike!) dieses Tonträgers zu Tage fördern und hier ein Bild davon posten. Stattdessen möchte ich den von j-suss verwendeten Terminus aufgreifen und euch zwei superheroes of punkrock präsentieren:

Weiter im Text: Nach HWM kamen Alkaline Trio auf die Bühne und auch hier hat der Rochen recht, die Songauswahl ließ etwas zu wünschen übrig. Schade eigentlich, denn ich hatte mich schon auf der Hinfahrt auf “I’m dying tomorrow” und “Mercy Me” gefreut. Im Anschluss war es dann auch schon wieder Zeit für Dave Hause, dieses Mal mit eigenem Programm auf der Akustikbühne, aber dazu ist jetzt wirklich alles gesagt, ich häng’ mich da jetzt gar nicht mehr rein (muss ja auch etwas auf die Spielzeit achten und notfalls kann ich Infos auch zufaxen). Wenn ich mich recht entsinne, habe ich danach nur noch 7 Seconds und The Swellers auf dieser Mini-Bühne gesehen. Vor allem die Swellers wollte ich aber unbedingt mal begutachten. Ergebnis: für gut befunden (wusste ich aber vorher schon, insofern habe ich mich einfach nochmal selbst überrascht) und Platte gekauft.

Damit ist auch schon erste Hinweis für das Gewinnspiel raus. Ja! Ein Gewinnspiel lockt die träge Meute an die Tastatur. Was es zu gewinnen gibt? Ein von mir ausgewähltes Album, das dieses Jahr erschienen ist – eine Überraschung ist es also auch noch, was könnte man sich sonst noch wünschen? Okay, ich gebe zu: Etwas Eigennutz ist auch dabei, denn so kann ich mich der bei mir nicht benötigten CD-Beigaben mancher Vinyl-Titel entledigen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Also ganz klar win win! Jetzt noch die entscheidende Frage: Wie kann ich denn jetzt gewinnen? Wer als erstes alle (oder bis Sonntag 24 Uhr die meisten) Alben (und dazugehörige Interpreten), die ich mir auf dem Groezrock gekauft habe, anhand des folgenden Bildes erkennt und diese als Kommentar postet, gewinnt. Have fun!

 


We’re the ones with the dirty fingernails

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Posted on 05-05-2012
Filed Under (Aktionen, Musik) by Urius

Um diese Uhrzeit (23:34) vor genau einer Wochen waren j-suss und ich gerade damit beschäftigt, unsere Zelte auf einem Feld im verregneten Belgien aufzubauen – eine fiese Verpflichtung bei schlechten Lichtverhältnissen. Einige Stunden zuvor waren wir mit unserem überschaubaren Krempel in Richtung Meerhout aufgebrochen, um uns das exzellente Lineup auf dem Groezrock-Festival zu Gemüte zu führen. Unser ursprünglicher Plan, der eine Ankunft noch vor Einbruch der Dunkelheit vorsah, wurde aber spätestens auf dem verschlammten Schlachtfeld vor dem Campingplatz zunichte gemacht. Hier warteten zahlreiche Punker, Hardcore-Kids, Skinheads sowie Eltern mit ihren minderjährigen Kindern auf Einlass. Die Problematik: Bevor man den Campingplatz betreten durfte, musste man sein E-Ticket gegen ein Camping-Bändchen eintauschen. Da diese Information allerdings erst an der Pforte an die heranströmenden Gäste weitergegeben wurde, mussten viele (so auch wir) erstmal wieder umdrehen. So gab es also zwei unterschiedliche Bewegungsrichtungen, was der Sache nicht dienlich war. Darüber hinaus war der Boden vom Regen in eine Bracke verwandelt worden, in der die Festival-Teilnehmer mit all ihrer Habe umhersuppten. Quasi on top hatte die Leitung des Events dann auch noch ganze ZWEI Kassenhäuschen für tausende Heranstürmende bereitgestellt – Los Wochos!

Indes war die Aufgabenverteilung in unserer 2-Mann-Gruppe klar: Jochen, Teilzeitgewaltmensch und durch den Wehrdienst die Fortbewegung im Schlamm gewohnt, sollte sich der Schlange am Kassenhäuschen vornehmen, während ich in meiner Funktion als Gutmensch die Bewachung unseres Transportgutes übernahm. Letzteres hört sich zunächst einfach an, wurde aber dadurch enorm erschwert, dass pausenlos Menschen mit dreckverkrusteten Karren, Einkaufswägen oder Koffern an mir vorbeizogen, die in ihrer Verblendung gar nicht wahrzunehmen schienen, dass sie einzelne Teile unseres Gepäcks in ihrem Fahrwasser hinter sich herzogen. Also musste ich immer wieder Sachen zurückholen, einsammeln und meinen Standort wechseln – ein Fulltimejob. Witzigerweise wurden mit dem Strom der Besucher auch zwei der Freaks an mir vorbeigespült, die noch kurze Zeit zuvor in Wiesbaden bei Nothington für Furore gesorgt hatten (siehe letzter Eintrag).

Als der Suselmane – der vermutlich den noch beschisseneren Job hatte – dann nach über 90 Minuten endlich mit den Bändchen zurückkam, war die Froide groß. Endlich auf dem Gelände wurden wir dann Zeugen einer mir bislang unbekannten Praktik seitens  der Turnier-Leitung: Dass man nicht auf jedem Festival so schön am Zeltplatz parken kann wie beim Full Force, war für mich ja noch nachvollziehbar, eine Vergabe der Zeltplätze nach einem 3-Jahres-Plan hatte ich im deutlich westlich von Leipzig gelegenen Belgien allerdings nicht vermutet. Mit einer Menschenkette hielten die Ordner die entnervten Camper von den freien Flächen fern und rückten erst dann minimal vor, wenn wirklich überall Zeltplane an Zeltplane ausgebreitet war. So kam es auch zu einem “sehr engen nachbarschaftlichen Verhältnis” vor Ort.

Warum aber hatten wir denn überhaupt zwei Zelte aufzubauen? Gibt es keine Unity mehr zwischen denen mit nachlassender Kopfbehaarung, dass sie in getrennten Zelten schlafen müssen? Ist es so weit schon gekommen? Nein, natürlich nicht! In einem Akt der Menschenliebe hatten Jochen und ich uns dazu bereiterklärt, die Kunststoffhöhle von Moe und dem Oppinger, die später in der Nacht nachkommen wollten, bereits bezugfertig aufzubauen. Selbst der alte Dabbelju-Schorsch hätte uns im Angesicht dieser windschiefen Bude allerdings das “Mission accomplished” verweigert. Wie der Oppi später treffend bemerkte, hatten die beiden Nachzügler “wie immer das hässlichste Zelt am Platz”. Wir hatten offensichtlich die Stangen vertauscht, das Ergebnis war ein im Prinzip unbewohnbarer Forellenpuff. Unsere Kräfte reichten aber für einen Umbau nicht mehr aus, also blieb dem dynamischen Duo von nebenan nichts anderes übrig, als in die klamme Butze zu krabbeln.

Am nächsten Tag war dann aber trotzdem der Ehrgeiz groß. Wir hatten uns einen strengen Zeitplan zurechtgelegt, denn verpassen wollten wir nun wirklich nichts. Erste Anlaufstelle von Jochen und mir war die Fender Acoustic Stage. Hier spielte Mikey Erg von den legendären Ergs auf. Für mich als großer Ergs-Fan war das schon im Vorfeld ein echtes Highlight gewesen, weshalb ich auch den frühen Zeitpunkt des Auftritts (12 Uhr) für unberecht gehalten hatte. Glücklicherweise waren aber noch ein paar andere Ergs-Anhänger zugegen, so dass es an Publikum dann doch nicht mangelte. Einige der Ergs-Klassiker endlich mal live zu hören, war ein Vergnügen und als dann mit “Books About Miles Davis” auch noch einer meiner Favoriten als Endpunkt dienen durfte, war ich vollkommen zufrieden. j-suss fand es wohl auch ganz gut, soweit ich das beurteilen kann, von daher war es für alle ein Gewinn.

Danach ging es direkt nahtlos weiter: Auf der Main Stage gaben wir uns The Menzingers und direkt im Anschluss None More Black. Erstere haben ja ein geniales neues Album auf dem Markt, weshalb sie für mich absolutes Pflichtprogramm darstellten, letztere hatten einen Scheiß-Sound (inklusive zahlreicher defekte am Schlagzeug), waren aber ebenfalls absolut unverzichtbar. Als nächstes wurde dann ein kleines Päuschen am Zeltplatz eingelegt, begleitet von Oppis einprägsamem Ausruf: “Ahhh, der feine Herr!” Frei nach dem Motto: Der Urius hat ja ne klappbare Zahnbürste dabei – Ahhh, der feine Herr! Der Jochen hat sich grad mal hingelegt – Ahhh, der feine Herr! Ich glaub, ich mach mir mal ein Bier auf – Ahhh, der feine Herr! You get it.

Moe, Oppi und ich kehrten dann zu Reel Big Fish an die Main Stage zurück, wo in gewohnter Party-Ska-Manier eine solide Show geboten wurde. Für kurz nach 17 Uhr hatte ich mich dann j-suss an der Etnies Stage verabredet: Hier wurden The Wonder Years und Set Your Goals direkt hintereinander abgefrühstückt – auch hier alles wie erwartet hochwertig. Yellowcard auf der Main Stage schauten wir uns dann wieder alle gemeinsam an, bevor ich mir dann Lifetime alleine auf der Etnies Stage gab.

Den Abschluss des Tages machten dann die beiden Headliner und Punk-Urgesteine von Lagwagon und Rancid. Vor allem Rancid war natürlich ein besonderes Highlight, schließlich hatte ich die Helden meiner Jugend noch nie zuvor live sehen können. Das Zelt war natürlich rappelvoll und vermutlich kannte wirklich jeder Anwesende mindestens einen Rancid-Song. Für mich war bis auf die zwei oder drei Titel vom neuesten Album jedes Stück ein Heimspiel und so wurde auch gut abgefeiert. Dabei fiel mir auf, dass besonders viele Songs von der Let’s Go gespielt wurden – konkret erinnere ich mich jetzt an: Nihilism, Radio, Salvation, Tenderloin, Gunshot, Black & Blue (inklusive Freddy Madball-Gedächtnis-Ansage) und St. Mary (hatte ich mir vorher noch gewünscht). Insofern war die Platte vermutlich im gesamten Set am stärksten vertreten, zu Recht wie ich finde. Allerdings dürfte – wenn meine These denn überhaupt stimmt – die …And Out Come The Wolves nur knapp dahinter liegen, denn hier wurden natürlich auch alle Klassiker abgeliefert: Maxwell Murder, Journey To The End Of The East Bay, Listed M.I.A., Roots Radicals usw., Time Bomb wurde selbstverständlich erst in der Zugabe verbraten. Auf jeden Fall ein würdiges Ende des ersten Tages! So, jetzt mach’ ich aber auch Schluss, Teil II folgt mit etwas Glück sogar schon im Verlauf des mittlerweile heutigen Samstags.


I came so close man, I almost had it

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Posted on 23-04-2012
Filed Under (Aktionen, Musik, Recently Bought) by Urius

Meine Güte, letzte Woche war ganz schön was los – vor allem in musikalischer Hinsicht. Den Anfang machte meine Idee, eine Gruppe im sogenannten Facebook zu gründen, in der alle anstehenden Konzerte eingetragen werden, um dann anschließend den Besuch derselben zu organisieren. Nach Gründung der Gruppe trug ich direkt das Konzert von Joey Cape & Dave Hause im Schlachthof Wiesbaden (vergangener Dienstag) und den Gig von Nothington in der Kreativfabrik Wiesbaden (vergangener Donnerstag) ein. Zu beiden Terminen ging ich dann auch tatsächlich mit dem one and only B to the ernd Mörser. Während sich der Mörser aufgrund der mangelnden Action bei Solo/Akustik-Auftritten nicht so recht mit Joey Cape und Dave Hause anfreunden konnte, war ich in erster Linie enttäuscht, dass die neue 7″ vom Loved Ones-Frontmann schon ausverkauft war. Für Aufregung war also in ausreichendem Ausmaß gesorgt.

Zwei Tag drauf ging es dann schon wieder nach Wiesbaden, um sich Nothington anzuschauen – für mich ein absoluter Pflichttermin. Im Anschluss an die Vorband, Tragic Vision, ging’s los und der Alkoholpegel schien sich bei einem Teil der Band schon ordentlich bemerkbar zu machen. Mörser versuchte nachzulegen, kam aber an das vorgegebene Niveau nicht heran. Neben alkoholgeschwängerter Glückseligkeit wurde aber dennoch solide Kost serviert. Zwar waren die mitgereisten Fans aus den USA teilweise etwas hypermotiviert und ließen das auch ordentlich raushängen, bis zu einem gewissen Grad war Begeisterung aber durchaus angebracht. Hits von allen drei Alben wurden präsentiert und der Hit-Skala entsprechend abgefeiert. Hier wurde mein Gassenhauer-Gehör einmal mehr bestätigt, denn der Song, den ich noch vor kurzem in Jochens Auto gegen den Vorwurf der Lahmarschigkeit (haltlose Übertreibung) verteidigen musste, wurde von der Band als Zugabe auserkoren und vom Publikum rasend aufgenommen. Natürlich spreche ich von “Don’t Have To Wait”. Als krönenden Abschluss hatte ich dann noch die Möglichkeit, die ersten beiden Alben der Band auf Vinyl zu erwerben, wobei ich mich besonders über die farbige Version des Debut-Albums “All In” freute.

Nur ein paar Tage zuvor hatte ich mich bereits an einem ausgezeichneten “Solid Mail Day” ergötzt, denn die erste Lieferung meiner No Sleep Records Subscription kam gleichzeitig mit der 7″-Collection von NoFX an. Spitzenmäßig! Das ganze sah dann so aus:

Ein paar Tage später kam dann auch noch das “Big Hardcore Mystery” in Form des Bridge9-Mystery-Packs, quasi eine Wundertüte des Labels, bei dem man 3 CDs festlegen konnte, der Rest aber zufällig zusammengestellt wurde. Ich fand das eine ganz lustige Möglichkeit, an Sachen zu kommen, die ich mir normalerweise nie kaufen würde und so war ich dann auch sehr gespannt, als das Paket bei mir auf der Treppe lag. Aufgrund der bekannten Probleme mit hochformatigen Bildern werde ich den Inhalt einfach nur hier verlinken.

Das Finale der Plattenwoche markierte dann der Record Store Day am Samstag. Zum Glück hatte ich meinen V-Mann Thorterich auf Düsseldorf und die dortige Musikszene angesetzt, so dass ich auch dort Erfolge verzeichnen konnte. Auf Grundlage meiner Aufzeichnungen rückte der Mayoman den hilflosen Plattenladenbesitzern zu Leibe und presste eine Horrible Crowes- sowie eine Doomriders/Sweet Cobra-7″ frei. Gute Arbeit! Heute waren dann sogar noch einige Releases in Online-Shops verfügbar, so dass ich zusätzlich noch die Ignite LP sowie die Kid Liberty 7″ ergattern konnte. Alles in allem also ein schöner Zugewinn für die Plattenkiste.

Hier nochmal der Hinweis für mögliche Interessenten: Kommendes Wochenende Groezrock in Belgien!


I know it’s hypocritical to point fingers at the people who point fingers

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Posted on 20-02-2012
Filed Under (Aktionen, Kram zur Seite, Musik) by Urius

Da wir gestern Abend aufgrund von Caros heutigem Geburtstag (Happy Birthday to you!) im Irish Pub waren (quasi Reinfeiervorbereitung), haben wir jetzt die Chance (gesprochen: Schangse), eine Reise nach Dublin zu gewinnen. Denn wer zur Zeit ein Kilkenny abpetzt, bekommt so eine lustige Karte, auf der man ein Feld freirubbeln kann, um was zu gewinnen. Dazu gibt es noch einen formschönen Kilkenny-Pin. Also eine reine Win-Win-Situation: für den Konsumenten und den Pin. Dieser findet nämlich endlich ein schönes Heim. Naja, mal sehen, ob das was wird mit der Reise.

Ansonsten habe ich eben in meiner Funktion als Internet-Qualitätsbeauftragter gehandelt und Jochens Blog gelesen. Dabei ging es mal wieder um Musik, weshalb ich auch hier wieder eine Neuerwerbung vorstellen wollte. In diesem Zusammenhang ist mir etwas aufgefallen: Es ist recht umständlich, die Tonträger abzufotografieren, die Kamera mit dem Rechner zu verbinden und dann auch noch das Bild hochzuladen, um es anschließend in den Eintrag einbinden zu können. Hier ist im Prinzip mal wieder der Nebel gefragt. Geht das nicht einfacher? Oder stelle ich mich da einfach zu sehr an? Ist das vielleicht gar nich so aufwendig? Muss ich evtl. dazu übergehen, alle meine Platten gewissermaßen im Eingangsprozess zu archivieren? Das ist eigentlich die zentrale Frage. Abfotografieren bei Ankunft ja oder nein? Wat sacht ihr als Experten auf jedwedem Gebiet? Und darüber hinaus: Sollen in Zukunft noch mehr Fragen in meine Einträge eingebaut werden? Notfalls wäre das auch zu Lasten der Lesbarkeit möglich…


I have a tendency of being my worst enemy

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Posted on 09-01-2012
Filed Under (Aktionen, Musik) by Urius

…ist im Gegensatz zu Oinos tatsächlich eine griechische Insel. Gleichzeitig natürlich auch ein starker Song von den Fleet Foxes oder besser gesagt, der meiner Ansicht nach beste Song der Fleet Foxes. Dabei kenne ich ja noch nicht einmal das im letzten Jahr erschienene Album “Helplessness Blues”, welches, wie mir der Thorterich kürzlich mitteilte, von der Visions ja zum Top 3 Album des Jahres gewählt wurde. Gibt es da irgendwelche Erfahrungen in der Leserschaft? Nebel?

Neben den Fleet Foxes gibt es aber natürlich noch andere gute Bands, über die es sich zu berichten lohnt. In diesem Fall allen voran Aficionado, deren Debüt-LP wiederum zumindest zu den Top 5 meiner persönlichen Bestenliste des Jahres 2011 gehört. Außerdem waren Aficionado auch eine der Bands, die ich mir unbedingt noch live anschauen wollte und letzten Donnerstag bot sich dann tatsächlich die Möglichkeit dazu. Nach einigen Umfragen im Freundeskreis erklärte sich schließlich der Mörser bereit, mit mir die Fahrt nach Würzburg anzutreten. Mit dem Corsamobil ging es auf die Reise und schnell offenbarte sich der erste Schwachpunkt der Unternehmung: Da das Corsamobil über keinen CD-Player geschweige denn einen MP3-Anschluss verfügt und ich das Radio nicht ertragen mochte, wurde un-unterbrochen gelabert. Noch nichtmal die Hälfte der Strecke war geschafft, da begann mein Hals schon zu kratzen wie die selbstgestrickte Wollunterhose. Zu meinem Glück hatte ich einen schmackhaften Eistee (Geschmacksrichtung Persisch) eingepackt, der mein Überleben im aufgeheizten Automobiotop sicherte. Der Mörser war ebenfalls clever und hatte sich zwei Büchsen Gerstensaft mitgenommen. Statt diese einzunehmen, zog er es allerdings vor, sie im Fußraum des Corsamobils zu lagern, wo sie sich auch heute noch befinden (Wertsteigerung nicht garantiert). Obwohl wir beide uns bestenfalls schlecht in Würzburg auskennen, konnten wir den Laden problemlos finden und mit 9 Euro war sogar der Ticketpreis (den zum Glück trotzdem der Mörser übernahm) durchaus erschwinglich.

Die Location, das Cairo, machte einen ziemlich soliden und zugleich muckeligen Eindruck, so dass die Tatsache, dass dort auch Nahrung in Form von Essen verkauft wurde, kaum überraschte. Als wir die Räumlichkeiten betraten, spielte gerade ein Solo-Künstler, dessen Namen mir wieder entfallen ist, auf der Gitarre, muckte ganz solide vor sich hin und war vor allem enorm groß und hatte immens viele Haare.

Danach kam der lokale Support in Gestalt von White Fields auf die Bühne. Die hatten anscheinend wiederum ein paar eigene Supporter im Schlepptau, was sich vor allem nach ihrem Auftritt bemerkbar machte. Naja, jedenfalls hatte die schon irgendwie ihre Berechtigung und passten auch rein programmatisch zum Headliner des Abends, Self Defense Family.

Mein persönlicher Favorit kam dann als vorletztes auf die Bühne und überzeugte mich ohne Einschränkungen. Obwohl, wie ich bei einem späteren Gespräch herausfand, der eigentliche Bassist an diesem Abend die Gitarrerei übernahm, war der Sound überaus tight und die Songauswahl, die fast ausschließlich Titel des bisher einzigen Albums berücksichtigte und die EP außer Acht ließ, traf meinen Geschmack voll. Auch die live-Parts der Querflöte kamen überraschend gut rüber, auch wenn der Mörser etwas rumnörgelte. Einziger Wermutstropfen: Die EP, die ich eigentlich auf dem Konzert kaufen wollte, hatten die guten Leute nicht mit nach Europa genommen, um Shipping-Kosten zu sparen. Die bleiben also letztlich wieder an mir hängen…

Den Abschluss machte dann die Self Defense Family, deren Sänger mit schönen Wortbeiträgen zwischen den Liedern zu überzeugen wusste. Auch musikalisch konnte der bunte Haufen überzeugen, so dass ich mit einer 7″ der Band und einer LP von End Of A Year im Gepäck den Saal verließ. Bernd und ich traten nach kurzem Gelaber mit besagtem Bassisten den Heimweg an, laberten im Corsamobil munter weiter und ließen uns auch beim Burger King Besuch nicht vom Labern abhalten. Good times!


To go seven days without eating makes one week

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Posted on 03-01-2012
Filed Under (Aktionen, Kram zur Seite) by Urius

Wär hätt’s gedacht, wer hätt’s gedacht? Die Uriusarmy feiert heute ihren 9. Geburtstag und dreht damit zum letzten Mal eine Runde im einstelligen Bereich. Nächstes Jahr steht also ein Jubiläum bevor, dessen Ausmaße allerhöchstens noch von den Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen des Reinheitsgebots im Jahre 2016 erreicht werden könnten. Zunächst aber kann die Uriusarmy auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurückblicken, in dem vor allem auf sportlicher Ebene geglänzt wurde. So wurde beispielsweise das alljährliche Usinger Flunkyball-Turnier von einem ausschließlich aus Mitgliedern und/oder Gründern der Uriusarmy bestehenden Teams gewonnen. Darüber hinaus konnte die Werksmannschaft der Uriusarmy ungeschlagen den Fan&Friends-Day-Pokal verteidigen. Einige Mitglieder waren sogar an der historisch einmaligen Doppelerringung der am gleichen Tag ausgespielten Pokale des F&F-Day und des Eschbacher Bembel-Cup beteiligt. Nicht vergessen sollte man auch die sportlichen Höchstleistungen, die von allen Aktiven an der Usinger Kerb gezeigt wurden. Von Thekensport über Thekendienst bis hin zur nahezu Abnutzungserscheinungen erzeugenden Inanspruchnahme diverser Fahrgeschäfte wurde viel Geboten für die Mark.

Im Rahmen dieser Rückbesinnung auf das Vergangene möchte ich die Möglichkeiten nutzen, um an schon lang vergessene Zeiten anzuknüpfen und einen Erfahrungsbericht zum letzten Jahreswechsel zum Besten geben. Denn wie jeder gute Hip Hopper weiß, darf neben dem Battlen das Storytellen nicht zu kurz kommen und deshalb folgendes:

Schon einige Tage vor Silvester stand der Plan fest: Nach Gießen in die mittlerweile ehemalige WG des Robfink sollte es gehen. Im Vorfeld seiner Englandreise hatte ich glücklicherweise noch den Mörser über dieses Vorhaben informiert, so dass das Lineup für die Überfahrt in die Stadt mit dem schönen Bahnhof neben j-suss, dem Wahn und mir auch eben jenen umfasste. Nachdem j-suss hoch und heilig versprochen hatte, man müsse nicht vor 9 Uhr mit uns rechnen, war es natürlich Ehrensache, dieser Abmachung zum Trotz schon um zwanzig nach 8 aufzuschlagen und die Wohnung in unserer Funktion als erste Gäste unsicher zu machen. Da ich in Caros Auto noch meinen reich verzierten Spanien-Bademantel gefunden hatte, erklärte ich die Veranstaltung kurzerhand zur Outfit-Party. Da wollte sich verständlicherweise keiner eine Blöße geben und so wurde der Mörser ruckizucki mit einer Warnweste dekoriert und j-suss war die Jogginghose über. Auch vor Ort zückte so mancher einen glitzernden Cowboy-Hut oder ein Katzen-Outfit, was ich durchaus begrüßte und umgehend goutierte.

Standesgemäß belegten wir sofort eine Couch im Eingangsbereich um unsere aufgemotzte Optik präsentieren zu können und die nachkommenden Gäste auf Herz und Nieren zu prüfen. Überbrückt wurde die Wartezeit auf jene mit Bier und Stulle. Ist in diesem Fall sogar ernst gemeint, denn die Bereitschaft Fladenbrot zu verzehren war in unserem Umfeld besonders hoch. Zu meinem Leidwesen hatten die anderen Kuffnucken einen hochwertigen (“mmhm, der schmeckt aber wirklich scheiße”) Ouzo organisiert und der Tankbreaker nahm es mit dem Einschenken nicht so genau. Also hieß es immer mal wieder Augen zu und durch. Der Wahn verabschiedete sich recht schnell ins Nebenzimmer, um die ahnungslosen Mitfeiernden unter dem Deckmantel der guten Laune um ihre Konstitution zu betrügen (Stichwort Looping Louie). Bernd, Carlos und ich besetzten weiter das Sofa und hielten die Gastgeber bei Laune bis schließlich mehr und mehr Gäste eintrafen und sich der Raum vor unserem Platz zur Tanzfläche entwickelte. Bernd und ich wurden in spitzenmäßige und undankbar lange Gespräche verwickelt, während Carlos im an einen Skinhead erinnernden Outfit die Feier durchstreifte.

Das alles ereignete sich übrigens schon nach dem Jahreswechsel, der nur sehr kurz und unspektakulär im Freien gewürdigt wurde. Nach Mitternacht wurde dann volles Mett auf 90er-Jahre Mucke gesetzt, was beim Großteil der Belegschaft für große Freude sorgte. Irgendwann (so gegen 5 Uhr) wurde es aber etwas anstrengend, da bei uns die Schlafbereitschaft stieg, die Leute aber immer noch in dem uns zugewiesenen Zimmer abhingen. Wir nutzten also nochmal die Zeit, um uns ein weiteres Mal beim Müller vorzustellen, der sich dieses Mal zumindest angeblich ansatzweise an uns erinnern konnte. Durch unsere Präsenz fernab der Couch schien sich der Raum auch tatsächlich zu leeren, so dass wir wenig später doch noch unsere mehr als mäßigen Schlafplätze herrichten konnten. Ich war ja schon immer ein Experte, was das Schlafen auf knallhartem Boden betrifft, aber dieses Mal hätte ich gut darauf verzichten können.

Nach kurzer Schlafphase und einer mittäglichen Weckattacke durch den Mörser fuhren wir quasi umgehend wieder heim, stellten jedoch vorher noch mit Begeisterung fest, dass der Wahn schon seit gefühlten 4 Stunden beim Aufräumen geholfen hatte. Wir konnten uns also ohne schlechtes Gewissen vom Acker machen. Bernd jedoch war noch so nett, den Gastgebern eine Palette Bier abzunehmen. Quasi win-win, wenn man so will…

 


You’ve Got Spiders

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Posted on 19-12-2011
Filed Under (Aktionen, Musik) by Urius

Haha, was entdecke ich da heute verspätet im Full Force Weihnachtskalender? Die Excrementory Grindfuckers spielen nächstes Jahr auf dem Full Force. Zusammen mit den ebenfalls bestätigten Lokalmatadoren ist also wieder mal für gute Laune nach dem Motto “The Message is Feierei” gesorgt. Daumen hoch dafür.

Des weiteren habe ich mir heute ebenfalls das LineUp des Groezrock 2012 angeschaut und das ist wirklich der Knaller. Rancid, Lagwagon, Hot Water Music, Lifetime, 7 Seconds, Bouncing Souls, Set Your Goals, DYS, Alkaline Trio usw. usf. um mal nur die namentlich zu nennen, die ich brachial abfeiern würde. Was sagt uns das? Den 28. & 29. April des nächsten Jahres bitte freihalten und mit mir nach Belgien fahren. Sau wichtiger und sau guter Termin! Alle merken und Urlaub nehmen.de

Meine hier angekündigten Termine konnte ich bisher leider alle nicht wahrnehmen, weil immer irgendwas dazwischenkam (Handball-Weihnachtsfeier z.B.). Den Aficionado-Termin möchte ich aber deshalb erst recht nicht auch noch versäumen, weshalb ich mich über eine Anmeldung hierzu immer noch freuen würde.

Als abschließende Vermutung möchte ich hier einfach mal in den Raum stellen, dass der Jochen in seiner Arbeitshöhle an der Weltraumtheke anscheinend zu sehr isoliert ist, weil er nämlich so viel raschelt wie nie zuvor. Ich freue mich jedenfalls schon auf die weihnachtlichen Meetings und hoffe natürlich auf eine grundsolide TI/A&A/whatever-Runde. Mein Vorschlag für dieses Jahr: Zwischen den Jahren mit Jogging-Anzug-Pflicht. Discuss!


My name is Dicky Barrett and I am a member of the Wolfpack.

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